Gute Stimmung auch am Rande des Landesverbandstages des Maler- und Lackierhandwerks im Graf-Zeppelin-Haus (von links): Oberbürgermeister Andreas Brand mit dem alten und neuen Landesinnungsmeister Thomas Schiek (Rems-Murr-Kreis), sowie Klaus Zodel, stellvertretender Obermeister der Innung Bodenseekreis und Obermeister Peter Fodor. Bild: Geiselhart
Dem Handwerk geht's gut. Die Auftragsbücher sind voll, auch die Erträge sind zufriedenstellend – im Ländle im Allgemeinen und im Bodenseekreis im Besonderen. Doch es gibt auch Sorgen, angesichts des Fachkräftemangels, nicht auch zuletzt mit Blick auf die aktuelle Europapolitik. Diese Botschaften gehen vom Landesverbandstag des Maler- und Lackiererhandwerks Baden-Württemberg aus, der in ausgezeichneter Stimmung und gut von der Innung Bodenseekreis organisiert am Samstag im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen über die Bühne ging.
Alter und neuer Landesinnungsmeister ist Thomas Schiek aus dem Rems-Murr-Kreis. Der 49-Jährige tritt bereits seine dritte jeweils dreijährige Amtszeit an. Im Vorstand sind weiterhin auch der Häfler Peter Fodor und Martin Bloching aus Ravensburg vertreten. Der Landesverbandstag der Maler und Lackierer fand nach 1946, 1986 und 1999 bereits zum vierten Mal in Friedrichshafen statt.
Überaus gern gesehener Gast war Oberbürgermeister Andreas Brand, der in seinem Grußworte nicht nur seine Wertschätzung für Engagement und Einsatz ausdrückte, sondern auch auf die schwierige Situation des Handwerks aufmerksam machte, das – gerade in einer Stadt wie Friedrichshafen – in großer Lohnkonkurrenz zur Industrie stehe und sich der ständigen Herausforderung stellen müsse, qualifizierte Kräfte nicht nur zu bekommen, sondern sie auch leistungsgerecht bezahlen und somit auch behalten zu können. Brand brach aber auch eine – im Saal mit rund 180 Teilnehmern vielbeklatschte – Lanze für die duale Ausbildung und den in das deutsche „Meister-Privileg“. „Der Meister sollte aus Schutz für Qualität bleiben“, so sein unmissverständlicher Mahnruf in Richtung Brüssel. Dass diese Worte im Saal gern gehört wurden, daran ließ auch Peter Fodor keinen Zweifel. „Sie haben uns aus dem Herzen gesprochen“, so die Dank des Obermeisters der Innung Bodenseekreis an das Häfler Stadtoberhaupt.
2600 Handwerksbetriebe mit 12 000 Mitarbeitern, 800 Auszubildenden und einem gesamten Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro gibt es im Kreis. „Das Handwerk braucht die Aufmerksamkeit, die es verdient“, betonte Kreishandwerksmeister Christof Binzler. Auch in diesem Jahr sei es nicht allen Handwerksbetrieben im Kreis gelungen, ihre Ausbildungsplätze gänzlich zu besetzen. Man hoffe weiterhin auf die Erkenntnis bei Jugendlichen, aber auch deren Eltern, „dass Abitur und Studium nicht das allein seligmachende sind“.
Vertreter der insgesamt 29 Maler- und Lackiererinnungen waren anschließend aufgerufen, den Landesvorstand neu zu wählen. „Nur im Miteinander kann man etwas bewegen. Ohne Innung und Verband geht es nicht“, so das Credo des alten und neuen Landesinnungsmeister Thomas Schliek. Mit großem Nachdruck verbat er sich jede „Einmischung“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes und appellierte an die Europapolitik, dass der Meisterbrief nicht infrage gestellt werden dürfe.
Der Landesverbandstag des Maler- und Lackiererhandwerks fand mit einem Festabend im Graf-Zeppelin-Haus seinen feierlichen Abschluss.
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Landesvorstand
Auf dem Landesverbandstag des Maler- und Lackiererhandwerks im Graf-Zeppelin-Haus wurde Thomas Schiek (Rems-Murr) zum zweiten Mal als Landesinnungsmeister wiedergewählt. Seine Stellvertreter sind Werner Reuter (Sigmaringen) und Andreas Schlesinger (Neckar Fils). Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden Martin Bloching (Ravensburg), Peter Fodor (Bodenseekreis), Markus Franz (Mannheim), Thomas Heiler (Mittelbaden), Ulrich Krehl-Kalesse (Ludwigsburg), Ulrich Stein (Hohenlohe), Helmut Müller (Stuttgart), Klaus-Peter Weiß (Mittelbaden), Rainer Schrimpf (Heilbronn) und Heiko Seiter (Pforzheim) gewählt. Alle Wahlergebnisse waren einstimmig, (ghw)
Quelle: Südkurier 13.10.2014 | von Wilfried Geiselhart
